04. April 2020: Renovierung des Lagerraums im alten Jugendheim

Im Frühjahr 2019 fassten wir Messdiener von St. Matthäus Alfter eine Entscheidung. Der Lagerraum im Keller des mittlerweile als „Haus der Alfterer Geschichte“ genutzten alten Jugendheimes direkt hinter der Pfarrkirche St. Matthäus Alfter war in so schlechtem Zustand, dass eine Renovierung fällig war.

Der circa 25m² große Raum wurde vor vielen Jahren als Gruppenraum für die Jugendarbeit genutzt und entsprechend mit Holzvertäfelungen ausgekleidet. Leider wurde die von außen eindringende Feuchtigkeit dabei nicht beachtet. Zwischen Holz und Kellerwänden staute sich die Feuchtigkeit, es bildete sich Schimmel und der Putz wurde erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Es war also klar, hier musst etwas getan werden. Immerhin lagern wir Messdiener in dem Raum Material und Zelte für unsere jährlichen Zeltlager und die Jugendarbeit. Vor allem die Zelte liefen Gefahr, auch mit Schimmel befallen zu werden.

Dann stellte sich die Frage: wann kann diese Renovierung durchgeführt werden, und wohin mit den vielen Zelten und den restlichen Materialien im Raum? Als ersten möglichen Zeitraum dachte man an die Sommerferien. Während wir Messdiener zwei Wochen lang im Zeltlager sind, ist der größte Teil des Materials mit uns unterwegs. Der Raum wäre also bis auf Regale und ein paar Kleinigkeiten leer. So gut die Idee sich auch anhörte, zwei Wochen waren dann doch zu wenig Zeit, um die nötigen Arbeiten durchzuführen. Es musste also ein anderer Plan her.

Anstatt nach dem Zeltlager das Material zurück in den Raum zu räumen, könnte man doch den Raum leer lassen, einen alternativen Lagerort finden, um dann die Renovierungsarbeiten stattfinden zu lassen, dachten wir uns. Ein alternativer Lagerort wurde großzügiger Weise von der Kirchengemeinde bereitgestellt. Direkt neben dem alten Jugendheim befindet sich die Garage, in der normalerweise der Pfarrbus parkt. Dieser sollte ein paar Wochen draußen parken, und dafür könnte die Garage dem Material einen behelfsmäßigen Lagerort für die Dauer der Arbeiten bieten.

Abriss der alten HolzverkleidungZeit und Umfang der anstehenden Arbeiten waren also festgelegt. Es fehlte noch ein wichtiger Punkt: Wer ist eigentlich für das Gebäude und dessen Instandhaltung verantwortlich? Nach etwas Recherche war auch das geklärt: Das alte Jugendheim gehört weiterhin der Kirchengemeinde, und entsprechend lag die Verantwortung einer Renovierung beim Kirchenvorstand St. Matthäus Alfter. Wir wandten uns also an den Kirchenvorstand und schilderten unsere Probleme und den Plan.

Da kann doch eigentlich nichts mehr schiefgehen, dachten wir uns. Wie geplant wurde nach dem Zeltlager in den Sommerferien 2019 das Material in der Garage untergebracht und in Eigenarbeit mit dem Abriss der alten Inneneinrichtung im Kellerraum begonnen. Dabei wurde klar, wie schlimm die Situation eigentlich war. Hinter den Holzverkleidungen wurden große Schimmelflecken offengelegt, und an vielen Stellen fiel der Putz schon von der Wand. Neben den alten Holzverkleidungen wurde auch direkt der alte Linoleumfußboden entfernt. Dieser hatte sich mittlerweile an einigen Stellen vom Boden gelöst und war damit zur Stolperfalle geworden.

Noch kurz den angefallenen Abfall entsorgen, und der Raum war bereit für tiefgründige Renovierungsarbeiten. Der alte und brüchige Putz sollte von den Wänden entfernt und erneuert, ein Fenster neu verglast werden, um der Feuchtigkeit Herr zu werden. Eine alte Heizung wurde nicht länger benötigt und konnte abmontiert werden. Zu guter Letzt sollte noch eine neue Schicht Farbe die Wände auch optisch wieder ansehnlich machen.

Nachdem sich auch der Kirchenvorstand vor Ort ein Bild von der Situation gemacht hatte, waren wir Messdiener zuversichtlich, noch vor dem Winter „unseren“ Raum wieder zu haben und damit auch die Zelte und unser weiteres Material aus der Garage zurück ins Gebäude bringen zu können. Die Garage schützte das Material zwar vor Regen und Schnee, die Feuchtigkeit konnte aber trotzdem eindringen und die Zelte gefährden.

Abschlagen des alten PutzesDer Winter rückte immer näher und auf Nachfrage beim Kirchenvorstand mussten wir leider feststellen, dass noch keine nennenswerten Arbeiten im Raum stattgefunden hatten. Da die Zelte und Materialien somit nicht vor Weihnachten zurück in den Raum konnten, entstand ein neues Problem: Das feuchte Wetter wird die Zelte angreifen und Schimmel verursachen. Es waren also Alternative Lagermöglichkeiten gefordert. Glücklicherweise war hier das Haus der Alfterer Geschichte in der Lage uns zu helfen. Sie nutzen den Rest des Gebäudes für ihre Ausstellungen und konnten auf dem Dachboden Platz schaffen, um unsere Zelte zu beherbergen.

Das neue Jahr kam, und endlich gab es Fortschritte bei der Renovierung zu verkünden. Die alte Heizung wurde fachmännisch abmontiert und das defekte Fenster neu verglast. Umso erstaunter waren wir jedoch, als wir kurze Zeit später erfuhren, dass der Kirchenvorstand damit die Arbeiten als erledigt ansah.

Für uns war klar, in diesem Zustand konnte der Raum nicht bleiben und erst recht nicht mit Material gefüllt werden. Nun war also Eigeninitiative gefragt. Bereits im Herbst 2017 hatten wir Messdiener unserem Gruppenraum im Pfarrheim einen neuen Anstrich verpasst; so war also die Hemmschwelle, auch hier im alten Jugendheim selbst Hand anzulegen, nicht allzu groß. Schnell stellten sich die Osterferien als idealer Zeitpunkt dafür heraus, und es wurde begonnen, entsprechend zu planen. Nachdem die Faßbender Stiftung uns bereits bei der Renovierung vor drei Jahren unterstützt hatte, wurde uns glücklicherweise auch diesmal wieder finanzielle Hilfe zugesagt. Dafür sind wir sehr dankbar.

Vor den Osterferien erreichte jedoch das Corona Virus Deutschland. Der Plan drohte zu scheitern. Kontaktbeschränkungen und geschlossene Läden wurden zur Herausforderung. Schlussendlich nutzen Rafael und Robert Rieks (beide aktive Messdiener und Oberleitung im Zeltlager der Messdiener) ihren Osterurlaub, um den Großteil der Maßnahmen in Eigenarbeit durchzuführen. Unterstützung durch weitere Helfer wurden durch die Maßnahmen zur Virusbekämpfung zwar erschwert, jedoch konnten Tobias Scherer (ebenfalls Messdiener) und Nils Backes (ehrenamtlicher Leiter im Zeltlager) trotzdem bei den Arbeiten unterstützen.

Wände und Fußboden wurden neu gestrichenZunächst wurde der alte Putz von den Wänden abgeschlagen und anschließend die Löcher verspachtelt und teilweise mit Putz gefüllt. Das vollständige Verputzen der Wände musste ausZeitmangel ausgelassen werden. Stattdessen trugen wir eine atmungsaktive Betonfarbe direkt auf die Wände auf. Damit man in Zukunft wieder ohne Stolpergefahr den Raum betreten konnte, musste der Boden mit einer entsprechenden Schleifmaschine bearbeitet werden. Ausleihen konnten wir uns das Gerät bei Fassbender-Tenten aus Alfter. Auch der Boden bekam anschließend eine Schicht Farbe. Zusammen mit der weißen Wandfarbe und einer neuen, hellen Deckenbeleuchtung erstrahlte der Raum somit in neuem Glanz.

Bau der HolzplattformUm den Raum zukünftig noch effektiver nutzen zu können, wurde eine große Holzplattform in den Keller gebaut. Die äußert tragfähige Konstruktion vereinfacht die Unterbringung des Materials und hilft bei einer effektiveren Nutzung des verfügbaren Platzes.

Viel Urlaub, Arbeitsstunden und eine Menge Engagement haben wir eingebracht, um auch künftig mit dem eingelagerten Material eine aktive Kinder- und Jugendarbeit in St. Matthäus Alfter durchführen zu können.

An dieser Stelle möchten wir uns vor allem bei der Faßbender Stiftung bedanken, die uns schnell und praktisch bei der Umsetzung des Projekts unterstützt hat. Auch das Haus der Alfterer Geschichte hat uns eine große Hilfe geleistet, als es unsere Zelte für uns gelagert hat. Ebenso möchten wir uns bei allen weiteren Helfern und Unterstützern bedanken, die nicht namentlich erwähnt wurden.

Leider konnten wir auf Grund der aktuellen Lage kein Gruppenfoto machen. Ein Zusammenstellen war halt ausgeschlossen. Jeder Einzelne hat aber letztlich doch „im Team“ mitgearbeitet.

Für die Obermessdiener
Robert Rieks

Fotos: Rafael Rieks & Robert Rieks